Schulhündin Bali

 Bali
 Alter: 4 Jahre
 Rasse: Kooikerhondje
 Hundeführerin: Stefanie Gül (Klassenlehrerin)

 

 

 

 

 

Informationen zur Schulhündin „Bali“ an der Brüder Grimm Schule

nach dem ColeCanido© - Konzept zur Hundegestützten Pädagogik in der Schule (Hupäsch)1


Liebe Eltern und Schüler/innen der Brüder Grimm Schule,

bereits seit dem Schuljahr 2014/2015 erhält die Wölfeklasse Unterstützung auf vier Pfoten!

Meine Hündin Bali und ich haben im vergangenen Jahr mit einer Ausbildung zum sogenannten „Schulhund“ begonnen. Nachdem Frau Reimann, das Kollegium und die Elternschaft sich für den Einsatz von Bali ausgesprochen haben, wird sie begleitet sie den Unterricht in der Wölfeklasse.

Um den Kindern das Thema „Hund“ nahe zu bringen, wurde zunächst im Sachunterricht alles Wissenswerte besprochen. Hierbei lernten die Kinder nicht nur Inhalte zum Lebewesen „Hund“, sondern vor allem einen angemessenen Umgang, wenn Bali den Schultag mit uns verbringt. Regeln und Rituale wurden erarbeitet, die Körpersprache von Bali wurde studiert und verschiedene Kommandos wurden trainiert. Aktuell begleitet Bali immer donnerstags den Klassenunterricht. In der Regel ist sie im Klassenraum anwesend, in einzelnen Fällen können jedoch auch Kleingruppen Trainingseinheiten mit ihr auf dem Schulhof erhalten.

Ausbildungsnachweise, Gesundheitsatteste des Schulhundes sowie ein Einsatzplan können jederzeit im Klassenraum eingesehen werden.

Im Folgenden erhalten Sie weitere Informationen zum Thema „Schulhund Bali“:


Ausbildung

Bisherige Ausbildung:

-       Grundgehorsam auf dem Niveau einer Begleithundeprüfung und eine gute Teambildung durch Besuch einer 1jährigen Hundeschule

-       Kenntnisse über Körpersprache und das Lernverhalten durch mehrjährige Erfahrungen beim Agility

-       August 2014: Orientierungsseminar bei ColeCanido©: Weiterbildung zur hundegestützten Pädagogik in der Schule

-       Oktober 2014: Basisseminar zum Thema „Kommunikation Mensch / Hund“ bei ColeCanido©

-       Februar 2015: Praxisseminar zum Thema „Praktische Möglichkeiten im Unterricht“ bei ColeCanido©

Geplante, weiterführende Seminare:

-       Praxisseminar II

-       Zertifizierungsseminar

Gesundheitsplan

-       Gesundheitsamt / Hygieneplan

Für das Gesundheitsamt wird ein spezieller Hygieneplan vorgelegt. Hierbei wird bestimmte Auflagen nachgegangen, welche vom Robert-Koch-Institut vorgegeben sind.

-       Gesundheitsattest

Wird regelmäßig von den zuständigen Tierärzten ausgefüllt und gemeinsam mit den Impfnachweisen vorgelegt.

Folgende Voraussetzungen werden beachtet:

In der Institution

-       Langsame Heranführung und positive Verknüpfung der Institution und der Kinder

Der Schulhund Bali hat bereits mehrfach die Schule außerhalb der Unterrichtszeiten besucht. Hierbei wurden die unterschiedlichen Räumlichkeiten erkundet und mit positiven Erfahrungen verknüpft. Des Weiteren wurde Bali mit einigen Kindern innerhalb und außerhalb des Klassenraumes zusammengeführt und erhielt eine erste Einführung in die Zusammenarbeit mit den Kindern.

-       Arbeit nur im Team

Die regelmäßige Zusammenarbeit gibt der Pädagogin und dem Hund die notwendige Sicherheit für einen qualitativ guten Einsatz in der Schule, da sie sich sehr gut kennen und einschätzen können. Die Besitzerin arbeitet ausschließlich mit dem Hund, folglich wird der Hund nicht an unerfahrene Kollegen / Kolleginnen abgegeben.

-       Rituale als Hilfestellung für den Hund

Dem Schulhund werden einige verschiedene Rituale als Unterstützung angeboten, sodass zusätzliche Sicherheit geboten wird. Beispielsweise: Bestimmter Platz für die Ruhe- und Arbeitsphasen, Leckerlibeutel als Arbeitssignal etc.

-       Grundregeln für die Kinder und Kollegen

Die Regeln für den Umgang mit dem Schulhund werden gemeinsam besprochen.

-       Ruheplatz

Ein Ruheplatz muss dem Hund zur Verfügung stehen, damit er sich selbstständig zurückziehen und ggf. Stress abbauen kann. Dieser kann im Klassenraum oder aber auch im Lehrerzimmer stehen.

-       Begrenzter Einsatz des Hundes

-       Rücksichtnahme auf ängstliche Kinder, Mitarbeiter und Eltern damit ein respektvoller Umgang beider Seiten erfolgen kann.

Bei den Schülern

-       begrenzter Schülerkontakt

Regeln für den Kontakt mit dem Schulhund gelten nicht nur im Klassenraum, sondern auch in den anderen Klassen, auf den Fluren oder dem Schulhof.

-       Gesundheitsprävention durch Information und Training

Die Schüler werden über einen adäquaten Umgang mit Hunden informiert und trainieren diesen beispielhaft mit der Schulhündin Bali. Die Regeln und Umgangsweisen mit Bali werden so aufgestellt, dass ein artgerechter Umgang mit fremden Hunden erfolgen kann.

-       Freiwilligkeit

Niemand wird zum Kontakt mit Bali gezwungen. Auf ängstliche Mitmenschen wird Rücksicht genommen.

-       Mitverantwortung

Die freiwillige Kontaktaufnahme zum Hund kann durch eine Mitverantwortung der Schüler in gewissen Bereichen gefördert werden (bürsten, pflegen etc).

-       Beziehungsaufbau / Bindung

Positive Effekte im Bereich Hupäsch stellen sich nur durch eine gute Bindung zum Hund ein. Neben der Arbeit im Klassenverband ist eine begrenzte Einzelarbeit mit dem Hund sehr effektiv.

-       Beachtung des kulturellen Hintergrundes

Kulturelle / religiöse Hintergründe der Schüler spielen eine besondere Rolle. Auf diese Aspekte wird Rücksicht genommen und eine besonders langsame Heranführung an die Schulhündin Bali erfolgt.

-       Abklärung von Allergien bei Schülern und Kollegen

Weitere Informationen zu unterschiedlichen Allergieformen können eingesehen werden.

 

Wirkungen von Hunden

Kinder die mit Tieren aufwachen sind oftmals verantwortlicher, empathischer, sozial kompetenter und können besser lernen. Hunde können vielfältig eingesetzt werden, da sie verschiedene Wirkungen erzielen können:

1) Physiologische Wirkungen

  1. Physische Entspannung
  •                 Verringerung kleinerer gesundheitlicher Probleme
  •                 Physische Stressreduktion
  •                 Muskelentspannung, Besserung des Gleichgewichts

2) Psychologische Wirkungen

  • Förderung von positivem Selbstwert und positivem Selbstkonzept
  • Mehr Einfühlungsvermögen
  • Sicherheit wird vermittelt
  • Förderung des Wohlbefindens

besondere Atmosphäre

  • Kinder besuchen die Schule meist lieber
  • Hunde bauen Vertrauen auf
  • Hunde nehmen die Kinder so an, wie sie sind
  • Hunde agieren auf der verbalen und nonverbalen Ebene

Motivation

Ein Hund ist immer etwas Besonderes. Er aktiviert die Schüler und weckt neue Motivation. Darüber können Defizite im Arbeits-, Lern und Sozialverhalten langsam aufgearbeitet werden. Die Schüler bekommen zudem über den Hund eine andere Rolle.

3) Soziale Wirkungen

  • Förderung der Kommunikation
  • Steigerung der sozialen Fähigkeiten
  • Förderung der sozialen Kontaktbereitschaft
  • Höherer Integrationsgrad in der Klasse
  • Integration
  • Aufarbeitung von Basiskompetenzen

Einsatz der Schulhündin Bali

Im Laufe des Schuljahres 2015/2016 ist der Einsatz der Schulhündin Bali primär in der „Wölfeklasse“ unter der Leitung der Klassenlehrerin Stefanie Gül geplant.

Nach einer intensiven Einführungsphase der Schüler/innen gibt es zwei unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten. Hierbei dient die Zusammenarbeit mit dem Hund stets der Unterstützung einzelner Schüler.

Variante 1: Einsatz im Klassenraum

Die Schulhündin Bali begleitet den Unterricht in der Wölfeklasse. Ihre Anwesenheit dient der Entspannung und schafft eine besondere Atmosphäre. Durch die direkte Kontaktaufnahme zu einzelnen Schülern werden diese in vielen verschiedenen Bereichen individuell unterstützt (siehe Wirkungen von Hunden). Der gezielte Einsatz einer Schmuseecke für die Einzelkontaktaufnahme mit dem Hund kann während des regulären Unterrichts zur Entspannung, Belohnung, Wahrnehmungsförderung etc. eingesetzt werden. Zur Förderung der Lesekompetenz dient die gemeinsame Nutzung der Leseecke. Hierbei können Kinder der Schulhündin vorlesen und somit mehr Selbstbewusstsein erlangen.

Variante 2: Einzel- und Kleingruppenunterricht

Im Einzelunterricht oder in Kleingruppen arbeiten ausgewählte Schüler/innen gemeinsam mit Frau Gül der Schulhündin, dies kann auch klassenübergreifend erfolgen. Hierbei entkrampft der Hund massiv den Unterricht, da es eine neue Rollenverteilung durch ihn gibt. Die Schüler/innen übernehmen teilweise das Kommando und trainieren unter Anleitung den Hund zu führen. Der Umgang mit dem Hund bietet ideale Bedingungen für ein Wahrnehmungstraining, welches auch außerhalb des Klassenraumes erfolgen kann. Hierbei können Elemente des Agilitytrainings (z.B. Hürdenlauf, Slalom) aufgegriffen werden, um basale Kompetenzen zu schulen.

Einsatz im OGS Bereich

Seit diesem Schuljahr erteile ich im Nachmittagsbereich eine AG für die Betreuungskinder des offenen Ganztages. Gemeinsam mit Bali findet wöchentlich die sogenannte Hunde-AG statt. Hier erlernen die Kinder die wichtigsten Regeln im Umgang mit Hunden, treten in Interaktion mit Bali und erfahren auf spielerische Weise, welche Vorteile das Zusammenleben mit einem Hund bringen kann. Auf dem Schulhof üben die Kinder mit Bali den Lauf durch einen Hindernisparcours, lernen klare Kommandos zu geben und den Hund zu führen. Vertrauensübungen und Geschicklichkeitsspiele sind ebenfalls Inhalte der AG.

Schauen Sie gerne in der Wölfeklasse vorbei und lassen Sie sich von mir informieren!

Mit freundlichen Grüßen

Stefanie Gül


1 Die angegebenen Informationen und die Planungen zum Einsatz der Schulhündin Bali richten sich nach den Konzepten von Lydia Agsten zum Thema „Hupäsch – Hundegestützte Pädagogik in der Schule“
Literatur: Agsten, Lydia (2009): Hunde in die Schule – und alles wird gut!?; Books on Demand
Agsten, Führing, Windscheif (2011): Praxisbuch Hupäsch: Ideen und Übungen zur Hundegestützten Pädagogik in der Schule; Books on Demand

 

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